Von Bieren und Würsten

Eine kulinarische Besonderheit der Thüringer ist mir schon Jahre vor dem Umzug aufgefallen: Die Liebe des Thüringers zu seinen Fleischwaren. Was dem Bayern sein Bier, ist dem Thüringer seine Wurst. Und das in vergleichbarer Qualität und Liebe zum Traditionsprodukt.

Der Bayer ist, was sein Bier betrifft, ein Purist: Wasser, Gerste, Hopfen. Das wars. Mehr gehört in den güldenen Gerstensaft nicht hinein! Keine Kohlensäure, keine Geschmacksstoffe. Nix!

Wer in Erfurt, Jena, Eisenach oder Gera aus dem Zug steigt muss meist nur wenige Schritte gehen, bevor er die erste Wurstbude antrifft. Die Thüringer Bratwurst MUSS über Holzkohle gegrillt werden. Ob es ein Gesetz gibt, weiß ich nicht, aber für alles andere hat der Thüringer ein hartes Wort: Wurstvergewaltigung!

In eine Semmel, pardon, Brötchen gepackt und mit scharfem Senf serviert und verspeist ist sie damit das Gegenstück zur Bayerischen Leberkässemmel. Auch diese darf höchstens mit Senf verzehrt werden, ob süß oder scharf ist dabei Geschmackssache, doch süßer Senf ist eh so ein „bayerisches Zeug“, das ausserhalb des weißblauen Freistaats ein Nischendahsein fristet. Ketchup ist nur bei Kindern erlaubt, sonst weiß jeder sofort: Du bist a Preiß!

„Du weisst schon, in Thüringen gibts keine Leberkässemmeln mehr!“ war einer der mutlosen Versuche, mir meinen Exodus madig zu machen. Doch weit gefehlt. Sieht die Regensburger Bratwurst gegen die Thüringer bereits wie ein Witz aus, so wird einem beim Genus des Fleischkäsebrötchens eines Gewahr: Der Thüringer will SEHEN, was er da auf seinem Brötchen liegen hat! Gut 200g Fleischkäse zwischen den Semmelhälften zeigen dir sofort wer hier der Boss ist und denk bloß nicht daran, heute noch was Anderes zu essen! „Mehr als eine von uns schaffst Du eh nicht, Schwächling!“

Zum Schluss noch ein Spoiler für Bayerntouristen: Wenn ihr süßen Senf wollt, besteht auf Händlmeier, und wenn ihr dazu eine Weisswurst esst: Ihr müsst das Ding nicht „zuzeln“ (aussaugen), das sagen wir euch Preißn bloß, weil ihr so schön blöd dabei ausseht! Ein beherzter Bauchschnitt, Pelle ab, fertig. Besonders hungrige essen die Pelle mit. Mahlzeit!

Ich, der Migrant

Alles begann im Frühjahr 2015. Ich sollte also nochmals Vater werden. Schön! Es begannen die stressigsten Monate meines Lebens mit dem Ziel, aus der Fernbeziehung doch endlich einen Familienverbund zu machen. Obskurerweise erschien kurz zuvor ein Video der von mir sehr geschätzten Bloggerin und Pflegewissenschaftlerin mauerunkraut

https://youtu.be/GEXVIsBjzBw

Die gute Dame war also vor kurzem aus ihrer Heimat Bayern ins schöne Köln gezogen. Dabei fasste Sie mit Herz UND Augenzwinkern zusammen, wie sie die neue Situation in einer neuen Stadt so empfand.

Was ich da noch nicht wusste: 2017 mussten meine Partnerin und ich uns eingestehen, dass ihre Migrationspläne gescheitert waren. Das Heimweh war schlimmer. Ein paar unschöne Lebensumstände gossen zusätzlich Öl ins Feuer. Also hies es für uns beide – ab (zurück) in das Bundesland, das statistisch die meisten Rückkehrer hat – also Menschen, die wegzogen um dann wieder dorthin zurück zu kehren: Nach THÜRINGEN

…. es kommt keine Pointe – schaut Euch einfach das Video an!

Hello World

Ja, was mach ich hier eigentlich schon wieder? Diese Seite liegt eigentlich seit 2010 ungenutzt in der Gegend rum, der Hoster freut sich über die Gebühren für WebSpace und URL, die eigentlich nicht verwendet werden. Alles dufte. Ja, ich hab mal Musik gemacht. War toll, aber weit im Feld des Unbekannten zu suchen.

Trotzdem muss ich neidlos anerkennen a) bei Wikipedia einen Eintrag zu haben ist vergleichsweise cool und b) viele Menschen verbinden und verbanden sehr viel mit dieser Musik. Deswegen lass ich das Widget gerne auf der Seite und schreib einfach, was mir so durchs Gehirn bläst. Ihr könnt gerne zugucken. Oder auch nicht. Bin es gewohnt, unerhört im Wind zu verhallen (<- Anspielung, die nur Fans verstehen #TÖTEN!) und freue mich aber immer noch, wenn ein interessantes Gespräch dabei rumkommt. V