Mia san midm Radl da!

Regensburg ist zum Radfahren gar nicht so schlecht. Der Donauradweg führt direkt hindurch, man kommt in einem Rutsch von der Naabspitze bis Burgweinting und weiter bis zu den Freizeitseen und hat dabei stehts einen breiten Fahrradweg – selbst wo es keine Fußwege gibt – und ist manchmal fern der lauten Straße, auf jeden Fall immer gut beschützt und von einer reizvollen Umgebung umgeben. Es gibt nur ein Problem: Regensburg hat hügelbedingt einen Höhenunterschied von 150m, d.h. wer ganz casual mit dem Rad in die Arbeit oder Schule fahren möchte, dabei mindestens eine der Donaubrücken überwinden muss, der trainiert schon mal für die Bergstrecken der Tour de France.

Und doch ist nichts frei von Problemen.

Erfurt wiederum (Kunstpause) ist flach. Hier fährt man mal eben sieben Kilometer als obs daheim in Ostbayern drei wären ohne große Anstrengung für die Beine wohl aber für den Kopf und das Stresshormonsystem. Ich ernte auf meine Wehklage gerne ein: „Doooooch…. es gibt schon…. hier und da…“, darum sag ich es hier trotzdem: ES GIBT HIER KEINE FAHRRADWEGE!

Um selbst von dieser absoluten Aussage zurückzurudern: Wir wohnen etwas ausserhalb an einer Hauptstraße. Dort ist der Bürgersteig breit und per Streifen und Bodenfarbe in Fußgänger und Radfahrerzohne geteilt. So ähnlich sieht es auch aus, wenn man in der Nähe des Domplatzes am Regierungsgebäude entlangfährt, hier und da auf einer Seite des Stadtrings (für beide hats nicht gereicht) Auf den mir bekannten Stellen war es das aber.

Einen Bürgersteig zwei zu teilen ist allein noch kein Radweg – auf die Breite kommt es an! Auf der Straße fahren ist in einer Landeshauptstadt nicht überall eine gute Idee, auf dem Bürgersteig fahren ist für über 12jährige verboten und eine Behinderung für Fußgänger. Auf dem „Anger“, einem der größten und schönesten Stadtplätze in EF ist das Radfahren verboten. Was zu gerade zu perversen Ausseinandersetzungen führen kann:

(Protipp: Nicht die Kommentare un dem Video lesen – und auch sonst nirgends wo es verlinkt ist!)

Es gibt noch eine dritte Variante, vor allem jetzt, wo es einige Baustellen in der Innenstadt gibt: Auf den S-Bahnschienen fahren. Die S-Bahn ist ein Gefährt, mit dem ich zuvor nur in der theoretischen Führerscheinprüfung zu tun hatte und ich liebe das Ding! Ein Teil der Schienen ist also momentan ungenutzt. Trotzdem sieht man regelmäßig nach ob nicht doch von hinten was Großes angefahren kommt.

Problem: Auch Fußgänger wissen, dass hier momentan keine Bahn fährt und überqueren ohne zu gucken. Beinahe hätte ich diese Woche zwei aufgegabelt.

Kurz: Bisher habe ich geschrieben, was in Thüringen alles toll, anders, witzig, vielleicht etwas besser ist. Dies sei nun der erste Diss-Blogeintrag. Diese Stadt ist nicht fürs Radfahren ausgelegt – es ist einfach auf den Straßen kein Platz vorgesehen. Freizeitwege schön und gut, aber das Wetter wird schöner und die Wampe will bekämpft werden.

Ja, hier gab es bis 1990 sehr viel weniger Autos als im Westen, es war nicht notwendig, für Radfahrer mitzudenken, die Gefahr war niedriger. Aber das war halt vor fast 30 Jahren. Die Infrastruktur des ÖNV ist gut – sehr viel besser als in Regensburg. Aber sonst: Da müssen wir nochmal drüber. Müssen keine blühenden Landschaften sein, Fahrradwege an den meisten Hauptstraßen wären schon genug.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.