Dreiklang 2 – Mythos Backstageraum

In unserer zweiten Folge werden unsere drei Musiker von technischen Anfängerproblemen geplagt. Sie sprechen über das Drama, als Newcomer überhaupt auf die Bühne zu kommen, Catering, lange lange Fahrten auf der Autobahn und schließlich das Thema, wegen dem überhaupt alle nur eingeschaltet haben: Sex und drugs.
Wir lernen ausserdem, welche Worter man nie aussprechen sollte (GEMA!), wo es den kleinsten Backstageraum der Welt gibt und ob sich die Mautplakete in der Schweiz lohnt.

Wir empfehlen bei der Lektüre dieser Episode, sich Liveversionen von Depeche Mode, Apoptygma Berzerk, Samsas Traum und The Dreadful Shadows in den Pausen zu genehmigen. Erwähnte Medien: Das Herzfeind-Tourvideo: http://www.youtube.com/watch?v=Mh7we_r8wgM

Dreiklang 1 – Vom Reissbrett zum Album

In der ersten Folge geht es um Inspiration, digitale und analoge Produktionstechnik, Verrisse und das Konzept.

Im Cast erwähnte Medien:
Titelmusik von Gritches Bitches: http://www.youtube.com/watch?v=3k8VMuF-7LI
Mario Paint vs. Nickelback: http://www.youtube.com/watch?v=b05xJnlkzDk
Joy Division – Transmission (1979 BBC): http://www.youtube.com/watch?v=xTcCs_0uTUU
John Miles – Music: http://www.youtube.com/watch?v=egwARrX1ik8

Hallo Welt!

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FRESST EURE KINDER! Nerds vs. Crowdfunding

Ich mag Vlogger! Ich liebe KWiNK, AVGN, DORKLY, SCREWATTACK, TGWTG, manchmal YtittY und noch viele viele mehr. Über KWiNK habe ich den begnadeten Singer-Songwriter Tommy Finke kennen gelernt. Tommy ist einer der Künstler, die Crowfunding benutzen – mit dem selben Konzept wurden Filme wie IRON SKY mitfinanziert, Computerspiele wie THE SILVER LINING, und auch der STROMBERG-Film soll via Crowdfunding finanziert werden. Ich selbst habe damals 20 Dollar dafür gespendet, damit PTYL sein Loki-Album fertigstellt und presst. Ich erhielt zwei CDs und eine DVD – great Deal, Baby!Hätte ich hier ein neues SIS-Album fertig rumliegen, ich würde mir das Budget für die Pressung und das Merchzeug funden lassen, wenns nicht klappt wäre nicht schlimm – niemand hätte Geld verloren, niemand müsste weinen.

Vloggin – wo es funktioniert, lebt von Diskussion. Und hier moechte ich – trotz aller Liberalität, die meinem roten Herzen innewohnt – mal die Reissleine ziehen und einen Bogen machen zu den NIN: NIN haben zwei Alben mit den Mechanismen des Web2.0 veroeffentlicht. Danach war für Trent die Sache klar: NIE WIEDER – es laufen zu viele Idioten im Netz frei herum (zitat!).

Ich mag es wenn Meinungen gesammelt und diskutiert werden, auch wenn es kein deutliches Ergebnis gibt. Ich lasse mich gerne inspirieren, brauche aber keine Pixel, die mir sagen was ich denken soll. Und jetzt die Sache worauf ich hinauswill: Warum haben eigentlich so viele Leute mit Webcams eine eigene Meinung, aber keine Ahnung?

Ist es tatsächlich so, wie Trent es angedeutet hat, und viele vielleicht denken? Ist die Schwarmintelligenz am Ende nichts weiter als ein nicht vorhandener Schnittpunkt zwischen Trolls und Fanboys? YT an sich ist schon eine vergewaltigte Community wo mehr Datenklau (ich hoere die Piraten laut aufatmen) als Ausstausch von Kreativität stattfindet.

Jetzt isses soweit: einer der ganz oben genannten hat sich dazu herabgelassen, via Crowdfunding 300k Dollar zu sammeln und hat sich damit einen Traum erfüllt: Er dreht einen Film. Jetzt schreien alle auf: Wird das Geld wirklich nur dafür verwendet? Hat der nicht schon mit Merch genug verdient? Der will Geld in der Phase der Pre-Produktion (ja, wann denn bitte sonst?) – kurz, das System an sich wird in Frage gestellt, meistens mit Fragen, die mit zwei Googleklicks beantwortet sind. Von irgendwelchen Idioten, die aufrühren wollen. Eigenen Meinungen sind gut, aber wenn diese nur aus Destruktivismus zu tun hat, sollte man entweder eine Alternative anbieten, oder schweigen und so ein Philosoph bleiben.

Was ist die Alternative zu Crowdfunding? Mit fällt keine ein. Ich kann mir Projekte aussuchen, bekomme zu einem relative günstigen Beitrag eine Gegenleistung einer Initiative oder eines Produktes. Ich bin dadurch nicht mehr abhängig von irgendwelchen Produzenten, die auch nur Investoren sind, die auf den Markt schielen und sagen: “Wir brauchen nochwas mit Vampiren” / “Wie viele Teile koennen wir aus dem Kinderbuch machen?” / “Diese Horrorverfilmung müssen wir aber FSK12 machen, damit die Kids den auch sehen können” etc. bb.

Was kümmert es mich, wenn irgendjemand, irgendwo irgendwas erschaffen will, was mir nicht gefällt? Leute, wir haben genug Künstler, die scheiße sind! Jeder Künstler weiß, das er gut ist (vor allem die, dies nicht sind!) entweder wir finden uns damit ab, oder wir verschaffen ihnen noch mehr Gehör dadurch, dass wir sie verunglimpfen. Google hoert schließlich alles, Google zählt mit.

Wenn es aber so weit geht, das ein Finanzierungsmodell verunglimpft wird, das uns im Indiebereich endlich neue Finanzierungsmöglichkeiten gibt, in einer Epoche, in der sich kleine Verlage, Labels, Finanzees, nicht mehr an Aussergewöhnliches trauen, weil das Risiko zu hoch ist, dann kann ich nur sagen: Zurück an die Flimmerkiste. Und regt euch ja nicht über Massenware, Copyright-Controll und irgendwelches Unterschichten-TV und Weichspülpop auf, die ihr nur toleriert, weil ihr angeblich nichts besseres finden könnt.

Wegguggen hilft, gewohnte Pfade verlassen hilft noch mehr!

on Tour: Transit Poetry / Berlin 25.März 2011

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Morgens um 4 ist die Welt kalt. Und dunkel. Auch in Bayern, und gerade in Regensburg, wo sich um diese Jahreszeit die schönsten Nebelfelder Ostbayerns zusammenrotten. Der Plan sieht so aus: Ich steige in den Zug, bin um halb sieben in Fürth, wo mich Andrei Alexandru im Auto mit nach Berlin nimmt. Dann dürften wir gegen Mittag in der Bundeshauptstadt sein und werden keinen Freitagfeierabendverkehr erleben müssen.

Die Fahrt is lang… viel zu lang… Berlin ist einfach zu weit weg – und da sich der Bayer an sich eh nur sehr selten über die Mittelgebirge traut, versuche ich zu schlafen. Das geht aber aus zwei guten Gründen nicht: Zum einen habe ich Andrei jetzt über drei Jahre nicht gesehen, weil Transit solange nicht mehr gespielt haben, und er das letzte Mal auch nicht dabei war. Und zum anderen habe ich durch meine Arbeit bedingt einen Bewegungsbedarf von ca. 20 Kilometern am Tag, sodass ich bei jedem Rastplatz erstmal meine Runden drehe, um Beine und Kopf zu beschäftigen.

In Berlin angekommen (es wurde halb eins – also super!) machen sich Andrei samt Freundin erstmal auf zum Shoppen und ich vergesse immer wieder, dass Sascha zwei ausgewachsene süße Kätzchen hat. Eine Allergie habe ich keine – etwas viel Schlimmeres – ich leide seit meiner Jugend unter Katzenphobie! Nein, das ist nicht lustig, und auch nicht ungewöhnlich – viele Menschen haben Angst vor unterschiedlichsten Tieren, meistens Spinnen oder Mäuse, bei mir sinds Katzen. Mit dem Mut des Rock’n Rollers postiere ich mein Gepäck in Saschas Wohnung.

Svana und Juuri erscheinen zur Generalprobe – Svana kenne ich bislang nicht, und die sympatische Berlinerin spielt nicht nur einen angenehm knarrzigen Vintage-Gitarrensound, sondern hat auch einen super derben Dialekt. Da ich müde bin, ist mein Hochdeutsch deutlich von einem satten Mittelbayerisch durchzogen – Sprachsalat ist also vorprogrammiert.

Vielleicht liegt es daran, das sowohl Sascha als auch ich Tontechniker sind – auf jeden Fall passiert UNS im K17 später genau dass, wofür wir so manche Musikantentruppe oft leise, manchmal auf laut, verflucht haben: Das Stromkabel des Synthies fehlt, die Soundkarte vom Laptop ist im Arsch und meine vorprogrammierten Basssounds sind allesamt zu fett! Aber wenigstens haben wir – ganz die Profis – wenigstens den Anstand das Desaster nach wenigen Minuten zu beenden und erstmal die anderen machen zu lassen. Und Sascha fährt “mal eben” heim und sagt das er in einer Stunde wieder da ist (Berlin ist ja zum Glück klein – von Friedrichshain nach Pandow sinds schlappe 9 Kilometer!)

Eine Stunde später – inzwischen hat sich meine beste Freundin aus Thüringen durch Berlin zum K17 gequält – ist der Einlass schon “geschehen”, ich laufe noch in Zivil rum, von Sascha noch keine Spur, Andrei is auch irgendwo, und ich erkenne Svana nicht mehr (ups peinlich… was so eine geänderte Frisur ausrichten kann).

Zum Thema Svana kann ich auch leicht wieder auf das Thema Sprache umleiten: Da ich keinen Alhohol trinke verwende ich zwei Biermarken (von meinen vieren) auf den Erwerb zweier alkoholfreien Gerstensäfte – Zwei deshalb, weil man als Bayer 0.5 Liter gewohnt ist und 0.33 einfach ein Witz ist – doch dazu später mehr.

Die erste Band Herzfeind spielt astreinen Electropunk mit analogem Schlagzeug, zwei rotzigen männlich/weiblichen Stimmen, guten Songs, lockerer Performance (und am nächsten Tag im FB angeklickt und “gefällt mir” gedrückt) – Tut es mir gleich, hört euch das an!

Dem Tontechniker, bei dem wir es uns schon verscherzt hatten zeigen wir in einem 3-Minuten-Soundcheck, das wir nicht so doof sind, wie unsere Technik und legen los. Ungefähr ab der Hälfte des Sets beginnen die Berliner sich zu bewegen – das sehe ich mal als Erfolg an, da das Publikum hier einiges gewöhnt ist, und wer die Skepsis bricht, hat schon was erreicht. Außerdem gröhlen und Klatschen die Versammelten doch sehr angenehm laut. Das Brot des Künstlers – eine ordentliche Brotzeit ist es geworden.

Natürlich habe ich mir für die Bühne nochmals zwei Gerstentees geholt – und merke gegen Ende, dass ich auf einmal ganz gewaltig Kopfweh bekomme. Weil es wohl ein Verständigungsproblem gab – und mein Alkoholfreies nicht alkoholfrei war. Naja… passiert, das überlebe ich auch noch! Das Konzert lief gut, wir versammeln uns am Merch, wo ich Sätze wie “Redet der immer so?” Über mich mitbekomme, da mein Hirnareal zum Sprechen ohne Dialekt sich schlafen gelegt hat *fg*

Vom Headliner “Traumtaenzer” bekomme ich leider auch nichts mehr mit. Der Abend war nett, die Gäste, mit denen wir am Merch begegnen freundlich und interessiert, am meisten freut es mich, Anja wieder zu sehen. Nachdem ich meine “Alltagshose” vergesse (und wieder zurückgefahren werden muss). Fahren wir alle zu Sascha und der Tag ist nach 22 Stunden zu Ende. Morgen wird vegan gefrührstückt.

Gute Nacht Berlin – diesmal wars nett, hoffentlich bis bald!